Projektvorstellung Juni 2021 – Restlos Glücklich

Jeden Monat stimmen wir alle gemeinsam darüber ab, welches Projekt wir mit den gesammelten Euros fördern. Dafür stehen immer drei nachhaltige Projekte zur Wahl, die wir im Vorfeld hier auf unserem Blog vorstellen. Im Juni 2021 beschäftigen wir uns mit dem Thema Lebensmittelverschwendung.

2 Klimakochkurse mit geretteten Lebensmitteln für Grundschulkinder

Worum geht es bei dem Projekt?
„Das ist wirklich mies, dass die Leute so viel wegwerfen. Dabei schmeckt es sooo lecker!“, sagt Marlene (8 Jahre) nach einem unserer Kochkurse. Marlene bringt es damit auf den Punkt. Pro Sekunde werden allein in Deutschland 313 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Viele davon sind noch sehr gut genießbar. Durch einen achtsameren Umgang könnte ein Großteil an Lebensmittelverschwendung vermieden werden. Wir möchten bereits Grundschulkinder dazu ermutigen, sich mit der Klimabilanz ihres Essens zu beschäftigen. Kinder wie Marlene erfahren in unseren Workshops, wie Lebensmittelverschwendung mit dem Klimawandel zusammenhängt und was sie selbst dagegen tun können. Zum Abschluss des Workshops erhalten sie eine offizielle Urkunde als „Lebensmittelretter:in“, die sie stolz macht und weiter motiviert.

Die weltweite Lebensmittelverschwendung hat mit ca. 3,3 Gigatonnen CO2 – nach den USA und China – den drittgrößten CO2-Fußabdruck. Allein in Deutschland landen jährlich 18 Mio. Tonnen und damit ein Drittel der gesamten Lebensmittelproduktion im Müll. Dass der Sektor Privathaushalte mit 39% mit Abstand den größten Anteil an Lebensmittelverschwendung hat, ist traurig, bedeutet gleichzeitig aber auch, dass jede:r Einzelne etwas dagegen tun kann!

Die Fridays for Future-Bewegung zeigt, wie groß der Wunsch der jungen Generation nach einer Wende in Richtung mehr Klimaschutz ist. Sie sind dazu bereit ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und sie nachhaltig zu verändern, um der Klimakrise entgegenzuwirken.

Unsere Klimakochkurse in Grundschulen unterstützen die jungen Menschen dabei. Nach einem spielerischen „Theorie“-Teil zu Ursachen und Auswirkungen von Lebensmittelverschwendung geben wir ihnen Handlungsmöglichkeiten mit auf den Weg und kochen im Anschluss gemeinsam ein 3-Gänge-Menü aus „geretteten“, also aus dem Verkauf aussortierten Lebensmitteln. Damit sparen wir direkt eine Menge an CO2 ein und vermitteln den Schüler:innen ganz nebenbei den Umgang mit gesunden, regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Außerdem stärkt das gemeinsame Kochen die Selbstwirksamkeit und Sozialkompetenz der jungen Lebensmittelretter:innen. Der Aha-Effekt ist sehr groß, wenn den Kindern bewusst wird, dass die Lebensmittel, die wir für das leckere Essen verwendet haben, eigentlich im Müll gelandet wären.

Wer steht hinter dem Projekt?
RESTLOS GLÜCKLICH – unser Vereinsname ist Philosophie. Wir aktivieren Menschen auf kreative und freudvolle Art gegen Lebensmittelverschwendung und damit für einen respektvollen Umgang mit all unseren natürlichen Ressourcen. Bildung ist unser Weg, Menschen über Alters-, soziale und kulturelle Grenzen hinweg fit zu machen für eine klimaverträgliche Ernährung im Alltag. Dass Lebensmittelverschwendung gerade in Privathaushalten so hoch ist, zeigt, dass das (Ess-)Verhalten jedes einzelnen Menschen die globale Ernährungs- und Klimakrise positiv beeinflussen kann. Hier setzt unsere Arbeit an, denn nur gemeinsam können wir es schaffen, ein Umdenken zu erreichen und dem „Großen Wegschmeißen“ ein Ende zu setzen!

Dieses Umdenken ist unser Ziel – bei den Teilnehmer:innen unserer Bildungsangebote aus allen Gesellschaftsteilen, Kulturen und Generationen und darüber hinaus in einer breiten Öffentlichkeit. Unsere kostenlosen Bildungsprojekte, Kochworkshops und Mitmachaktionen im öffentlichen Raum und für alle Generationen geben positive Impulse für nachhaltigen Lebensmittelkonsum und schaffen gleichzeitig Raum für Gemeinschaft, Inklusion und Austausch – denn gutes Essen bedeutet Gesundheit und Genuss und bringt alle an einen Tisch!

Seit unserer Gründung haben wir mit unserem Bildungsangebot über 45.000 Menschen erreicht. Damit holen wir das Thema Lebensmittelwertschätzung aus der „Ökonische“ heraus und mitten in die Gesellschaft hinein.

Was könnt ihr mit etwa 1.500 Euro bewirken?
Mit 1.500€ können wir zwei Klimakochkurse (je eine Schulklasse) in Berliner Grundschulen umsetzen. Die Kosten würden sich aufteilen in:

  • 460€ (2*230€) für unser Koordinations- und Öffentlichkeitsarbeitsteam, um den Kontakt zu den Schulen zu pflegen, die Kurse zu koordinieren und darüber auf unseren zahlreichen Kanälen zu berichten
  • 900€ Honorare (pro Workshop 3*150€) für die Köchin und die zwei Bildungsreferentinnen, die die Workshops mit den Kindern durchführen 
  • 80€ (2*40€) für den Transport unserer Materialien und der frisch geretteten Lebensmittel in die Schulen – wenn nötig mit dem Carsharing-Auto, wenn möglich mit dem Lastenrad oder dem ÖPNV
  • 30€ (2*15€) für den Druck unserer eigens entwickelten Lernmaterialien, die wir in den Workshops verwenden, sowie für Stifte, Scheren und Papier
  • 30€ (2*15€) für Lebensmittelzukäufe für das gemeinsame Kochen – obwohl wir größtenteils mit „geretteten“ Lebensmitteln kochen, sind geringe Zukäufe von Produkten wie Mehl oder Öl notwendig, die nicht so schnell aus dem Verkauf aussortiert werden

Organisation: Restlos Glücklich e.V.
Projektstandort: Berlin
Webseite: www.restlos-gluecklich.berlin

Fotos: Joris Felix Patzschke

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